Mit Managed Services gegen den Fachkräftemangel
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Mit Managed Services gegen den Fachkräftemangel

Outsourcing versus Managed Services: Das sind die Unterschiede. So schaufeln Unternehmen Ressourcen frei und stärken die Sicherheit ihrer IT.
3 Minuten
10. April 2024

Das Schreckgespenst Fachkräftemangel geht um. Die Generation der Babyboomer, die einen Großteil der heute in Deutschland Beschäftigten ausmacht, wird bald das Rentenalter erreichen. Dazu kommen noch etliche Herausforderungen durch Hybrid-Work, KI, Cloud-Migrationen, ein halbes Dutzend neuer Compliance-Richtlinien und neue Bedrohung,  die dafür sorgen, dass Firmen verschiedenster Branchen die Fachkräfte ausgehen. Laut Branchenverband Bitkom sind derzeit rund 149.000 Stellen für IT-Experten unbesetzt. „Zu wenige Fachkräfte und zu viel Regulierung bremsen das digitale Deutschland“, mahnt in diesem Zusammenhang Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Unternehmen, denen Mitarbeiter fehlen, müssen deshalb dringend handeln. Eine Option, mangelndes Wissen und fehlende Man-Power in den eigenen Reihen abzufedern, sind Managed Services.

Von MSP und ausgelagerten Prozessen: Das können Managed Services

Doch was sind Managed Services genau? Unter Managed Services versteht man die Auslagerung bestimmter IT-Funktionen, wiederkehrender IT-Dienstleistungen und -Prozesse, an einen externen Dienstleister. Dieser nennt sich Managed Services Provider, kurz MSP. Derartige Services werden in der Regel aus der Ferne erbracht und verwaltet, so dass Unternehmen die Verantwortung für bestimmte Aspekte ihres IT-Betriebs an externe Experten abgeben können. Es gibt aber auch die Option, firmeneigene Räume zur Verfügung zu stellen.

Managed Services können eine breite Palette von IT-Funktionen abdecken. Beispiele sind Infrastrukturmanagement, Netzwerküberwachung, Sicherheitsmaßnahmen, Datensicherung und -wiederherstellung, Anwendungs-Hosting und technischer Support. Unternehmen nutzen so kostengünstig und effizient externes Fachwissen, verbessern die eigenen IT-Fähigkeiten und optimieren ihre Performance. Das ist aber noch nicht alles, denn Managed Services helfen auch, die Belastung zu verringern, die durch die interne Verwaltung komplexer IT-Umgebungen aufkommen kann.

Managed Services-Vorteile und -Optionen auf einen Blick:

  • Planbare Kosten: Managed Services werden zumeist als Abonnement angeboten, so dass Unternehmen IT-Ausgaben besser vorhersagen und budgetieren können. Statt hoher Vorlaufkosten für IT und Personal zahlen sie eine wiederkehrende Gebühr – sie bezahlen zudem nur für die Leistungen, die wirklich benötigt werden.
  • Verbesserte Sicherheit und Compliance: MSP sind von Haus aus auf „Compliance“ getrimmt und schützen sensible Daten und Systeme vor Cyber-Bedrohungen und Compliance-Brüchen.
  • Konzentration aufs Kerngeschäft: Durch die Auslagerung von IT-Routineaufgaben und -Verantwortlichkeiten an einen MSP können Unternehmen ihre IT-Teams einfach mal durchatmen lassen und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, Innovationen angehen und schlicht produktiver arbeiten.
  • Proaktive Überwachung und Wartung: MSP überwachen die Leistung und den Zustand von IT-Systemen und -Infrastrukturen kontinuierlich – je nach Modell entweder zu bestimmten Zeiten (9 to 5) oder 24/7. Sie entdecken Schwachstellen proaktiv und minimieren Ausfälle im Betrieb.
  • Experten-Knowhow: MSP beschäftigen Teams qualifizierter Experten, die über Fachwissen in verschiedenen IT-Bereichen verfügen, darunter Netzwerke, Cyber-Sicherheit, Cloud Computing und Anwendungsentwicklung – Wissen, dass sich intern nur teuer durch Trainings und Recruiting von Experten erkaufen lässt.
  • Flexibilität: Managed Services sind so konzipiert, dass ganz einfach mit dem Betrieb skalieren. Egal, ob der Betrieb ausgeweitet wird, neue Benutzer hinzukommen oder neue Technologien eingeführt werden: Unternehmen können ihre Managed Services jederzeit problemlos erweitern.

Managed Services vs. Outsourcing

Die Auslagerung von IT-Aufgaben ist beliebt: Der Umsatz im IT-Outsourcing-Markt soll 2024 bei rund 147,6 Milliarden Euro liegen. Doch wie unterscheiden sich Managed Services vom klassischen Outsourcing? Eins vorweg: Auch Managed Services werden ausgelagert – hier gibt es also begriffliche Überschneidungen: Beim Managed Service übernimmt der Dienstleister die Verantwortung für bestimmte Aufgaben und Dienstleistungen, oft mit einem höheren Maß an Autonomie. Der Kunde konzentriert sich auf seine Kerngeschäftstätigkeiten, während der Dienstleister die Verwaltung und Wartung der Dienstleistungen übernimmt.

Beim klassischen Outsourcing werden hingegen bestimmte Geschäftsprozesse oder Funktionen an einen externen Dienstleister ausgelagert. Der Dienstleister führt diese Aufgaben im Namen des Kunden durch, doch der Kunde behält zumeist eine gewisse Kontrolle und Verantwortung. Da nur bestimmte Unterabteilungen und IT-Services an den Dienstleister gehen, verbleibt die IT im Haus des Kunden. Dieser hat also auch weiterhin das Sagen hinsichtlich seiner Infrastruktur, IT-Struktur und Abläufe. Die zu erbringenden IT-Dienstleistungen sind schon im Voraus genau definiert und müssen regelmäßig auf Grundlage von Service Level Agreements (SLA) bereitgestellt werden.

  • Managed Services können sehr spezifisch auf den individuellen Bedarf abgestimmt werden, da sie oft kleinteiliger sind.
  • Managed Services können kosteneffektiver sein, da nur das eingekauft wird, was auch benötigt wird.

Managed Services Provider vs. klassischer IT-Dienstleister: Hierauf kommt’s an

Der Hauptunterschied zwischen einem Managed Service Provider und einem klassischen IT-Dienstleister liegt in seinem Dienstleistungsmodell, den Verantwortlichkeiten und dem Umfang der bereitgestellten Dienstleistungen sowie in der Art der Beziehung gegenüber dem Kunden.

Managed Service Provider   Klassischer IT-Dienstleister
 

Dienstleistungen auf Basis eines abonnement-basierten Modells:

Kunden zahlen zumeist eine regelmäßige Gebühr für die bereitgestellten Services, die auf einer Service-Level-Vereinbarung (SLA) basieren. MSP übernehmen die Verantwortung für die Verwaltung und Wartung bestimmter IT-Funktionen und -Systeme ihrer Kunden.

   

Dienstleistungen auf Anfrage:

Berechnung in der Regel auf Stundenbasis oder projektorientiert. Kunden beauftragen den Dienstleister für spezifische Projekte, Problemlösungen oder Beratungsleistungen, und die Abrechnung erfolgt je nach erbrachter Leistung.

 

Langfristige Partnerschaft:

MSP bietet kontinuierliche Unterstützung sowie Beratung über einen längeren Zeitraum hinweg. Zudem arbeitet der Service Provider eng mit seinen Kunden zusammen, um IT-Infrastruktur und -Dienste kontinuierlich zu verbessern.

   

Engagement für spezifische Projekte oder Aufgaben:

Dienstleistungen können zeitlich begrenzt sein. Sobald das Projekt abgeschlossen ist, endet die Zusammenarbeit in der Regel, es sei denn, es gibt weitere Anforderungen oder Projekte.

 

Verwaltung und Betrieb spezifischer IT-Dienste:

Beispiele sind Netzwerküberwachung, Sicherheitsmanagement, Daten-Backup, Cloud-Hosting usw.. Der MSP agiert als verlängerter Arm des Unternehmens und übernimmt die täglichen Betriebsaufgaben.

   

Vollumfängliche Dienstleistungen:

Lösungen für konkrete technische Probleme oder Projekte. Dies kann die Entwicklung einer maßgeschneiderten Software-Anwendung, die Bereitstellung von Hardware und Software oder die Durchführung einer IT-Infrastrukturüberprüfung umfassen.

Stellt sich die Frage: Was eignet sich für welches Unternehmen oder welche Anforderung? Sollte lieber ein MSP oder der klassische IT-Dienstleister gewählt werden? Entscheidend sind hier Definition und Anforderungen. Im Allgemeinen lässt sich sagen: Liegen sehr spezielle Anforderungen, beispielsweise an Produkte oder Aufgaben vor, ist der Managed Service die angemessene Wahl. Sollte Unterstützung vollumfänglich stattfinden oder betrifft sie Inhalte, die durch ganze Abteilungen abgebildet werden, rückt das klassische Outsourcing mittels IT-Dienstleister in den Vordergrund.

Wie können Managed Services helfen, dem Fachkräftemangel zu begegnen?

Managed Services bieten somit viele Vorteile und sind Aufgrund ihrer Vielseitigkeit ein gutes Mittel gegen Fachkräftemangel. Das liegt zum einen daran, dass eine Auslagerung von IT-Aufgaben helfen kann, vorhandene Talente besser auszulasten, da nicht jeder alle Fachkräfte inhouse haben muss.

Außerdem lassen sich mit Managed Services:

  • zeitkritische Themen schneller angehen
  • zeitintensive Aufgaben, wie Log-Analyse oder Dokumentation, auslagern, um Inhouse-Personal zu entlasten
  • die Abhängigkeit von Fachwissen im Sinne des „Brain Drain“ minimieren, da die Fachkompetenz ausgelagert ist

So manches Unternehmen hat aufgrund begrenzter Ressourcen und Fachkenntnisse Schwierigkeiten, die Einhaltung von Branchenvorschriften und Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Managed Services können in Sachen Compliance wertvolle Unterstützung leisten – insbesondere in Zeiten fortschreitenden Fachkräftemangels. Hierdurch lassen sich teure Bußgelder und Strafen im Zusammenhang mit der Nichteinhaltung von Vorschriften vermeiden. Außerdem umfassen Managed Security Services häufig fortschrittliche Funktionen zur Aufdeckung von und zur Reaktion auf Bedrohungen, etwa Security Information and Event Management (SIEM), Intrusion Detection and Prevention Systems (IDPS) sowie Threat Intelligence Analysis. Mit derartigen Technologien werden aufkommende Bedrohungen effektiver erkannt und abgewehrt als beim alleinigen Einsatz interner Ressourcen. Wenn es an Mitarbeitenden mangelt, sind das Fachwissen und die Erfahrung von MSP Gold wert, um die Sicherheit zu verbessern und komplexe technische Herausforderungen zu bewältigen.

Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen MSP und MSSP, wie den Experten der SITS, stärken Unternehmen ihre IT-Sicherheit, steigern die betriebliche Effizienz und verringern die mit der sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungslandschaft verbundenen Risiken.

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